Das Endocannabinoid-System

INHALTSVERZEICHNIS

Welche Gemeinsamkeiten haben der menschliche Körper und Cannabis? Richtig! Beides sind hochkomplexe Organismen, welche aus einer Vielzahl chemischer Verbindungen bestehen. Doch was wäre, wenn die Gemeinsamkeiten noch weit darüber hinausgehen? Dass der Körper selbst, eigene Cannabinoide, die Hauptwirkstoffe der Cannabispflanze, produziert und für deren Verarbeitung im Laufe der Evolution ein eigenes System entwickelt hat? Das klingt doch etwas fragwürdig, oder? Tatsächlich nicht, denn im Jahre 1992 wurde ein solches System von US-amerikanischen Medizinern im Menschen entdeckt: das körpereigene Endocannabinoid-System. Doch was hat es mit diesem System auf sich und welche Funktionen hat es in unserem Körper? Mit dieser Thematik werden wir uns im heutigen Blogartikel befassen. Viel Spaß beim Lesen!

Das Endocannabinoid-System und CBD

Das Endocannabinoid-System und Cannabinoide

Bevor wir jetzt im Folgenden über das Endocannabinoid-System, dessen Definition, Historie und genauen Aufgabe in unserem Körper sprechen, wollen wir uns zunächst erst einmal mit der Frage beschäftigen: Was sind Cannabinoide überhaupt?

Cannabinoide sind Moleküle, die als natürliche Botenstoffe in unserem Körper fungieren. In der pharmakologischen Fachsprache werden diese natürlichen Botenstoffe auch als Agonisten bezeichnet. Agonisten, wie beispielsweise Cannabinoide, wirken in unserem Organismus als Überträger, in dem sie an unseren Rezeptoren ansetzen und durch ihre Signalübertragung, chemische Reaktionen hervorrufen. Man unterscheidet diese Überträger zwischen endogene und exogene Cannabinoide:

  • Endogene Cannabinoide werden eigenständig in unserem Körper produziert. Dabei handelt es sich um Neurotransmitter, die Erregungen im zentralen Nervensystem weiterleiten. Die Besonderheit bei den endogenen Cannabinoiden ist, dass diese nicht in den Körperzellen gespeichert werden. Sie werden erst dann produziert, wenn der Körper sie wirklich benötigt und nach ihnen verlangt. Sobald der Körper sie nicht mehr braucht, baut er sie durch Enzyme wieder ab. Endogene Cannabinoide sind an vielen körpereigenen Prozessen beteiligt. So helfen sie bei der Schmerzverarbeitung, der Motorik, der Appetitregulation aber auch der Regulierung von Emotionen. Zu den bekanntesten Endogenen Cannabinoiden gehören Anandamid (Arachidonylethanolamid - vierfach ungesättigten Fettsäure, welche besonders häufig im zentralen Nervensystem vorkommt), welches für die Empfindung von Glücksgefühlen mitverantwortlich ist, 2-Arachidonylglycerol (2-AG), welches das Knochenwachstum anregt, sowie O-Arachidonylethanolamid (Virodhamin), dessen Wirkung derzeit noch weiter erforscht wird.
  • Exogene Cannabinoide sind Neurotransmitter, welche von außen auf unseren Körper wirken. Durch die Nahrung, die Schleimhäute oder die Lungen können wir exogene Cannabinoide aufnehmen, wobei sie dann mit unserem Endocannabinoid-System interagieren.  Zu den bekanntesten exogenen Cannabinoiden gehören die sogenannten Phytocannabinoide, welche in besonders hohem Ausmaß in der Cannabispflanze vorzufinden sind. Von 500 organischen Verbindungen, welche in der Pflanze zu finden sind, lassen sich mehr als 113 zu der Gruppe der Cannabinoide zuordnen. Zu den bekanntesten Phytocannabinoiden zählen:

Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC): Das wohl am bekanntesten und best erforschte Cannabinoid, weist durch seine psychoaktive Wirkung neuroproduktives Potential auf. 

Cannabidiol (CBD): Das nicht psychoaktive Cannabinoid ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den wissenschaftlichen Fokus gerückt. Durch verschiedene Studien hat man CBD untersucht. Wissenschaftler forschen seither in den Gebieten von Stress, Schlafstörungen, Ängsten und Regeneration. Leider müssen hier noch mehr Studien gemacht werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen. Jedoch gibt es heute beispielsweise schon ein zugelassenes Medikament mit CBD gegen Epilepsie. In unserem Blog findet ihr eine Vielzahl interessanter Beiträge rund um das Thema CBD, wenn ihr euch tiefer damit beschäftigen möchtet.

Falls dich die Thematik CBD mit allen seinen Details interessiert, schau bei unserem Blogartikel "WAS IST CBD (CANNABIDIOL)?" vorbei. 

Cannabigerol (CBG): Hierbei handelt es sich um die Vorstufe des Cannabinoids CBD. Es stellt durch seine frühe Präsenz in der Hanfpflanze, den Grundstein für die Entwicklung vieler weiterer Cannabinoide dar. Derzeit wird es für die Behandlung von Darmkrankheiten und Krebs erforscht. Ebenfalls gibt es hier jedoch noch keine aussagekräftigen Ergebnisse. Auch zu Cannabigerol findet ihr in unserem Blog einen interessanten Artikel .

Die Wirkung der exogenen Cannabinoide auf unser Endocannabinoid-System ist dabei stärker als bei endogenen Cannabinoiden, was mit den CB1 und CB2 Rezeptoren in unserem Körper zu tun hat - aber dazu mehr in den nächsten Abschnitten.



2 Es gibt auch eine Reihe synthetischer Cannabinoide, wie sie beispielsweise in illegalen
„Kräutermischungen“ zu finden sind. Diese werden oftmals als „Legal Highs“ verkauft, obwohl sie nicht gesetzeskonform sind und durch fehlende Bestandteile in ihrer Struktur, welche dem Abbauprozess dienen, zu einem erhöhten und gefährlichem Rauschzustand führen können. Daher wir von deren Konsum dringend abgeraten.

Dosierung und Nebenwirkungen von CBD

Das Endocannabinoid-System – Was ist das?

Jetzt wissen wir was Cannabinoide sind. Aber was hat es denn nun mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System auf sich?

Das körpereigene Endocannabinoid-System ist ein fester Bestandteil des menschlichen Nervensystems und reguliert in unserem Organismus eine Vielzahl von Prozessen. Dies geschieht durch die Ausschüttung von endogenen Cannabinoiden sowie der Aufnahme von exogenen Cannabinoiden, über die wir im vorherigen Teil des Artikels gesprochen haben. Diese werden von den drei Hauptrezeptoren des Endocannabinoid-Systems aufgenommen: CB1, CB2 sowie CB3. Die Zellrezeptoren kann man sich dabei wie eine Art Schloss vorstellen, für welches die Cannabinoide als Botenstoffe den Schlüssel darstellen. Sobald sich ein Cannabinoid an den Zellrezeptor bindet, setzt die Weiterleitung eines Signals ein, in welchem Anweisungen an die Zelle gespeichert sind. Die CB1 Rezeptoren sind quer im gesamten Nervensystem vorzufinden, hauptsächlich befinden sie sich aber im Kleinhirn und dem Darm. CB2 Rezeptoren finden sich hingegen vermehrt in den Zellen unseres Immunsystems sowie in der Muskulatur und der Leber wieder. Die CB3 Rezeptoren stellen eine Besonderheit im Endocannabinoid-System dar: an ihnen können sich ebenfalls eine Vielzahl von Cannabinoiden binden, jedoch blockieren diese gleichzeitig auch gewisse Cannabinoide. 

Wie wir nun erfahren haben, erstreckt sich das körpereigene Endocannabinoid-System quer durch den ganzen Körper und hat dabei eine Vielzahl an Aufgaben, auf die wir im Folgenden noch weiter eingehen werden. Eine Besonderheit ist noch zu nennen: Nicht nur Menschen besitzen ein Endocannabinoid-System! Beinahe jedes Tier, von Vögeln, über Reptilien bis hin zu Fischen besitzen ein Endocannabinoid-System.

Geschichte des Endocannabinoid-Systems

Seit wann weiß man, dass es das Endocannabinoid-System in unserem Körper gibt?

Entdeckt wurde das ECS im Jahre 1992 am National Institute of Health (NIH) in Bethesda, USA. Bei Tierversuchen mit exogenen Cannabinoiden wurde von den amerikanischen Wissenschaftlern William Devane und Lumir Hanus festgestellt, dass der Körper selbst eigene Cannabinoide produziert. Seither wird intensiv an der Wirkungsweise des Endocannabinoid-Systems in unserem Körper geforscht, denn auch wenn schon einige Zusammenhänge durch Studien erwiesen werden konnten, ist die genaue Funktionsweise dieses komplexen Systems bislang noch nicht vollständig aufgeklärt. Welche Funktionen und Aufgaben jedoch bisher bekannt sind, stellen wir euch im Folgenden vor.

Dosierung und Nebenwirkungen von CBD

Aufbau, Funktionen und Aufgaben des Endocannabinoid-Systems

1) Aufbau

Wie wir bereits wissen, beinhaltet das Endocannabinoid-System die drei Hauptrezeptoren CB1, CB2 und CB3. Doch aus was setzt es sich noch zusammen?

Maßgeblich besteht das ECS aus:

Den drei Hauptrezeptoren

- CB1

- CB2

- CB3

Den Signalmolekülen

- 2-AG

- AEA

Und den fünf Enzymen

- NAPE

- MAGL

- FAAH

- DAGL-alpha

- DAGL-beta

Die Rezeptoren haben dabei, wie bereits erwähnt, die Aufgabe, Informationen der Cannabinoide an die Zellen weiterzuleiten. Um diese Informationen jedoch zuverlässig weitergeben zu können, benötigt der Rezeptor sogenannte endocannabine Signalmoleküle, in der Fachsprache auch Liganden genannt. Diese sind für die Aktivierung der Rezeptoren zuständig und sorgen für eine verbesserte Übertragung der Information. Wenn die Zellen ihre Aufgaben verrichtet haben und kein Bedarf mehr für die Cannabinoide besteht, kommen die Enzyme zum Einsatz. Diese verstoffwechseln die Cannabinoide und bauen sie in unserem Körper wieder ab.

2) Aufgaben und Tätigkeiten

Das Interagieren von Cannabinoiden mit den Rezeptoren unseres Endocannabinoid-Systems, führt zu einer Vielzahl von Prozessen, die in unserem Organismus stattfinden.

So sorgen Endocannabinoide in unserem Körper dafür, dass folgende Empfindungen reguliert werden:

- Stress Reaktionen

- Verdauung

- Emotions-Empfinden 

- Thermoregulierung

- Erinnerungsvermögen

Aber auch für weitere Körperfunktionen, wie der Gehirnentwicklung oder der Kontrolle der Motorik, ist das Endocannabinoid-System zuständig. Insgesamt muss jedoch noch mehr Forschung betrieben werden, um das Endocannabinoid-System in seinem komplexen Zusammenbau besser zu verstehen.  

Interessant ist auch zu wissen, dass es bei einem Mangel an Cannabinoiden in unserem Körper, dementsprechend zu negative Effekte kommen kann. So führt beispielsweise eine Störung des CB1 Rezeptors vermehrt zu Depressionen und Angstzuständen. Ferner vermutet die Medizin, dass gewisse Krankheitsbilder im Zusammenhang mit einem unausgeglichenen Cannabinoid Haushalt stehen. Daher wird geraten, den Cannabinoid-Spiegel in seinem Körper möglichst ausgeglichen zu halten. 

Hinweis: Natürlich ist der Stand der Forschung hier noch nicht komplett ausgereift. Deswegen können wir in unseren Beiträgen immer nur über die aktuellen Kenntnisse der Wissenschaft sprechen. 

Wir hoffen, dass wir dir einen interessanten und informativen Einblick in das Endocannabinoid-System und dessen Funktion geben konnten. Falls du Fragen, Anregungen oder sonstige Anliegen hast, melde dich gerne bei uns. 

In diesem Sinne wünschen wir dir ein erholsame und gute Zeit!

Liebe Grüße,

Nick vom Team Optarise

Optarise CBD

Wichtiger Hinweis

Wir von OPTARISE wollen dir so gut wie möglich bei deinen Anliegen helfen. Jedoch sind wir keine Ärzte und dürfen dir auch keine ärztliche Beratung geben. Bitte betrachte diesen Artikel daher als Hilfe für deine Fragen. Für weitere Fragen bezüglich aktueller Angebote und Produkte stehen wir dir selbstverständlich rund um die Uhr zur Seite.


Quellen:

[1]https://de.wikipedia.org/wiki/Endocannabinoid-System#:~:text=f%C3%BCr%20endogenes%20Cannabinoid%2DSystem)%20ist,nach%20der%20Ligandenbindung%20in%20Vertebraten

[2]https://www.pharmazeutische-zeitung.de/inhalt-06-2005/titel-06-2005/

[3]https://www.medcan.ch/de/medizin/41-ecs

[4]https://www.institut-icanna.com/de/endocannabinoid-system.html

[5]https://flexikon.doccheck.com/de/Endogenes_Cannabinoid-System

[6] https://cbdratgeber.de/was-ist-das-endocannabinoid-system/

[7]https://cbd360.de/wissenswertes/endocannabinoid-system/

[8]https://www.die-gruene-oase.com/cbd/endocannabinoid-system

[9]https://www.leafly.de/glossar/endocannabinoide/

Autor: Nick

Nick ist einer der Gründer von OPTARISE, hat den Abschluss Master of Science und ist begeisterter CBD Enthusiast. 

Schon im Jahr 2018 fing er an sich intensiv mit der Thematik CBD auseinanderzusetzen und hat sich seitdem ein Expertenwissen über Hanf, Cannabis und CBD aufbauen können.